Wartung Federelemente

So ist es wirklich!

01.03.2019 Laurin Lehner - Wenn es nach Federungsherstellern geht, müsste man Gabel und Dämpfer ständig zum Service schicken. Experte Marcus Klausmann sagt, was wirklich notwendig ist.
Klausmann
© Kirsten Sörries/D.Lehner

Vier Tipps von Fahrwerks-Experte Marcus Klausmann

1. Das sagen die Hersteller, das sage ich.
"Gabelhersteller raten zu absurd kurzen Wartungsintervallen. Manche Hersteller sogar nach 200
Arbeitsstunden. Das ist übertrieben. Doch Achtung: Bei manchen Herstellern verfällt die Garantie bei Missachtung. Ich rate Hobbybikern grundsätzlich, einmal im Jahr Gabel und Dämpfer zum Service zu schicken. Wer eher selten bikt, der kann auch eineinhalb Jahre warten."

2. Pflegen mit Ölspray ist okay.
"Viele behaupten, Ölspray sei zu aggressiv und schade den Dichtungen. In der Praxis konnte ich das nicht feststellen. Meine Empfehlung daher: Bike waschen, Standrohre und Gabeldichtungen mit einem Tuch abreiben und dann Ölspray draufsprühen. So mache ich es auch."

3. Ohne Service schadest du der Gabel.
"Wer seine Gabel oder Dämpfer über mehr als zwei Jahre nicht wartet, nimmt irreparable
Schäden in Kauf. Wenn das Öl verbraucht ist, leiden die Buchsen und Dichtungen – und es gibt Riefen in den Tauchrohren. Die Performance nimmt natürlich ab. Viele spüren erst nach dem Service, wie geschmeidig ihre Gabel eigentlich funktioniert. Also: Nicht zu lange warten."

4. Neue Gabeln haben es besonders nötig.
"Neue Gabeln sollten bereits nach einem Jahr zum Service geschickt werden. Warum? Die Hersteller sind geizig, was das Öl angeht – Rockshox noch mehr als Fox. Beim Service wird mehr und oftmals hochwertigeres Öl verwendet. Mein Tipp: Schickt Gabel und Dämpfer vor März ein – dann sind die Wartezeiten geringer. Bei mir hat der Kunde
Gabel und Dämpfer meist in einer Woche zurück."

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