Test Freerider 2015: Propain Spindrift FR

Wellenbrecher: Test Propain Spindrift FR

24.08.2015 Christian Schleker - Das "Spindrift" arbeitet mit einem interessanten Hinterbaukonzept: Das VPP-Heck aktiviert zwei Wippen, in denen der "Vivid"-Dämpfer aufgehängt ist und von oben und unten gedrückt wird.
Test Freerider 2015: Propain Spindrift FR
© Daniel Simon
Das Propain hat eine unverkennbare Optik: Fette Frästeile und massive Wippen umschließen den Dämpfer. Zur massigen Optik will die schmale Endurogabel nicht recht passen. Der Rahmen kann mehr, als die Gabel zulässt.

Sehr zentral liegt die Wippen-Dämpfer-Einheit über dem Tretlager – gut für einen tiefen Schwerpunkt. Trotz des unterbrochenen Sitzrohres haben es die Entwickler geschafft, eine Teleskopstütze unterzubringen. Auch fast die gesamte restliche Ausstattung spricht für eine gute Auslegung des Freeride-Konzeptes: Stabile Laufräder, 1x11-Schaltung und fette Bereifung sind für Fahrspaß bergab nach selbst erkämpftem Anstieg richtig gewählt. Einzig die Gabel hat uns erstmal überrascht – eine "Mattoc" hätten wir eher in einem Enduro erwartet. Die leichte und schlanke Forke wirkt in dem massiven Rahmen fehl am Platz.

Test Freerider 2015: Propain Spindrift FR
© Daniel Simon
Racefeile: Die Manitou "Mattoc" passt in unseren Augen nicht wirklich gut zum "Spindrift". Entweder federt sie straff und hoch im Hub, oder soft, aber mit bauchiger Kennlinie. Beides suboptimal.

Im Anstieg funktioniert das "Spindrift" noch gut. Man spürt das hohe Gewicht, die Sitzposition ist aufrecht und etwas beengt, aber der Hinterbau bleibt ruhig und der Vortrieb ist effektiv. Im Downhill beschränkt die "Mattoc" dann das Potenzial des Bikes. Und das ist hoch! Ausgewogen, aber etwas kürzer und höher als zum Beispiel beim Kona, steht man auf dem Bike. Enge und weite Kurven nimmt es dynamisch. Der Hinterbau arbeitet unauffällig, aber satt, und hält das Rad sicher am Boden. Die Progression stimmt, die Druckstufendämpfung arbeitet auch harte Schläge effektiv weg. Dagegen fällt die Front ab: Entweder war die Gabel passend abgestimmt, nutzte dann trotz offener Druckstufe aber nur knapp 150 Millimeter Hub. Oder sie gab bei softerer Abstimmung zu viel Hub frei und tauchte beim Anbremsen weg. Da halfen auch die Druckstufenversteller nicht. Schade. Zum Glück bietet Propain das Bike für knapp 100 Euro mehr auch mit einer "Lyrik RC2 DH" an – unsere Empfehlung!

Fazit: Der "Spindrift"-Freerider ist ziemlich gut gelungen. Ein Mini-Downhiller mit tourentauglicher Ausstattung und sattem Hinterbau. Die "Mattoc" passt leider nicht zur Charakteristik und zieht die Bewertung runter. Mit besserer "Lyric RC2 DH" (+ 100 Euro) ein 9er-Bike.

PLUS • Ausstattung • Verarbeitung • Hinterbau
MINUS • Gabel

Herstellerangaben

Vertrieb   Propain Bicycles GmbH www.propain-bikes.com
Material / Größen   Alu / S, M, L
Preis / Gewicht ohne Pedale   3599 Euro / 15,6 kg

Messdaten  

Federweg vorn / hinten 170 mm / 180 mm
Hinterbausystem VPP

Ausstattung 

Gabel / Dämpfer   Manitou Mattoc Pro 170 / RockShox Vivid Air R2C
Kurbeln / Schaltung   SRAM X0 / SRAM XX1
Bremsanlage  SRAM Guide RSC
Laufräder  Mavic Deemax Systemlaufradsatz, Onza Citius DHC / RC2 45a 2,4 Reifen

Test Freerider 2015: Propain Spindrift FR
© Daniel Simon
Kuckuck, wo bin ich? Seit Jahren hält Propain an der aufwändigen Kinematik fest. Mit den bekannten Problemen: In der tiefen Geometrie-Stellung sind die Einstellknöpfe des Dämpfers schwer zugänglich.
Test Freerider 2015: Propain Spindrift FR
© FREERIDE Testteam
Test Freerider 2015: Propain Spindrift FR
© FREERIDE Testteam
FREERIDE Testnoten Erklärung
© FREERIDE Testteam
FREERIDE Ausgabe 1/2015
© Sven Martin
Diesen Artikel finden Sie in FREERIDE 1/2015 - das Heft können Sie hier bestellen...
Artikelstrecke "Test Freerider: Fette Bikes, no Fatbikes"
Das könnte Sie auch interessieren
Schlagwörter

FreeridertestPropainSpindrift

Diese Ausgabe 1/2015 bestellen