Test 2018: Gravity-Bremsen

8 Gravity-Bremsen im Labor- und Praxistest

15.05.2019 Dimitri Lehner - STOP IT! Acht Vierkolben-Bremsen getestet in Labor und Praxis: Hope, Magura, Shimano, Sram, TRP, Trickstuff.
Test 2018: Gravity-Bremsen
© Paris Gore
Kratz die Kurve: Rampage-Teilnehmer Kyle Norbraten beim schnellen Richtungswechsel. Kräftige Bremsen sind ein Muss an allen Gravity Bikes, besonders für den Park-Einsatz.

Labortest: Um Bremskraft und Standfestigkeit der Bremsen standardisiert zu überprüfen, betreiben wir im Testlabor einen hohen Aufwand: Nach dem Einbremsen auf unserem Prüfstand testen wir die Bremskraft. Dazu wird das Laufrad auf einer Trommel auf 45 km/h beschleunigt, bevor die Bremse mehrmals im trockenen und im nassen Zustand mit 80 Newton Handkraft betätigt wird. Die Standfestigkeit testen wir, indem wir auf dem Prüfstand mehrere Vollbremsungen in einem kurzen Zeitraum simulieren. Dabei wird überprüft, ob das Verhältnis aus Hebelkraft und Temperaturen konstant bleibt.


Die Testergebnisse dieser Produkte und viel Wissenswertes über Bremsen allgemein erfährst Du im PDF - siehe Download-Bereich unten:

  • Hope Tech 3 E4
  • Magura MT5
  • Magura MT7 HC3
  • Shimano Saint
  • Sram Code RSC
  • Sram Guide RSC Ultimate
  • TRP Quadiem G-Spec
  • Trickstuff Direttissima

5 Dinge, die du über bremsen wissen solltest

1. Bremsscheiben: größer ist besser!
Für Gravity-Biker, die häufiger schnell und in steilerem Terrain unterwegs sind, lohnen sich immer 200-Millimeter-Scheiben. Auch hinten. Das erhöht Standfestigkeit und Bremskraft.

2. Problem: Luft im System
Wird der Druckpunkt weich, liegt das meist an Luft in der Bremse. Weitere Indizien dafür sind Druckpunktwandern oder ein schwammiges Ansprechverhalten. Die Lösung: Entlüften.

3. Transport
Bei Transport oder Montage sollte man das Bike möglichst nicht auf den Kopf stellen. Es sei denn man befestigt Gummis am Bremshebel, damit diese gezogen bleiben. Nur so ist das System geschlossen und es kann keine Luft eindringen. Außerdem sollte man darauf achten, dass die Bremshebel nicht gezogen werden, wenn die Räder demontiert werden.

4. Bremsbeläge
Viele Biker fahren ihre Beläge bis aufs Metall der Belagträger herunter Davon können wir nur abraten. Denn wenn Metall auf Metall reibt, kommt nicht nur die Bremsscheibe zu Schaden, auch die Kolben können zu stark aus der Zange wandern und kaputt gehen. Im Extremfall ist die komplette Bremsanlage im Eimer.

5. Einbremsen
Das richtige Einbremsen wird oft unterschätzt. Doch es verlängert die Haltbarkeit und steigert die Bremsleistung. So geht’s richtig: Etwa 30 Mal aus einer Geschwindigkeit von ca. 30 km/h kontinuierlich in den Stillstand bremsen. So können sich Beläge und Scheibe gut aneinander anpassen. 


Was tun, wenn die Bremse quietscht?

Als sich Ende der 1990er-Jahre die Scheibenbremse bei Mountainbikes durchsetzte, freuten sich alle über die noch nie dagewesene Bissigkeit der Bremsen. Verflucht werden bis heute allerdings Quietschgeräusche. Die Gründe dafür können verschieden sein: verglaste Beläge, verbogene Bremsscheiben oder schlecht ausgerichtete Bremssättel und Kolben. Kleine Tricks helfen die Quietsch-Geräusche zu eliminieren. Die Kollegen der BIKE haben auf ihrer Homepage hierfür praktische Tipps parat: bike-magazin.de WEBCODE #21819


Organische oder gesinterte Beläge?

Bei Scheibenbremsen gibt es zwei Belagarten mit unterschiedlichen Eigenschaften: organische Beläge und Sinter-Beläge. Organische Beläge verschleißen schneller, neigen jedoch weniger zum Quietschen. Sinter-Beläge werden aus Metall oder Keramik in Pulverform unter hohem Druck und Temperatur gebacken. Sie verschleißen langsamer, werden aber heißer und neigen zu lautstarkem Quietschen. Die meisten Hersteller empfehlen organische Beläge. Einen kompletten Bremsbelag-Test findet ihr unter diesem Link: bike-magazin.de WEBCODE: #37195


FREERIDE Titel 1/2018
© Gary Perkin
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Ausgabe: 1/2018
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