Duell 2016: Rose gegen Radon

Versender-Duell: Rose Soul / Radon Swoop

20.02.2017 Dimitri Lehner - Der klassische Freerider wandelte sich vom Liebling zum Exoten. Nur wenige Hersteller bieten hubstarke, robuste Abfahrtsbikes mit Einfachbrückengabel an. Dabei ist der Freerider überraschend vielseitig.
Duell 2016: Rose gegen Radon
© Daniel Simon
Duell 2016: Rose Soul Fire 1 gegen Radon Swoop 170 9.0

Früher war der klassischen Freerider eure Nummer 1. Ein Bike wie das Specialized SX Trail von 2006. Erinnert ihr euch noch? Es verfügte über 170 Millimeter Federweg, besaß einen schier unverwüstlichen Rahmen und wog 18 Kilo. Puh, was haben wir gekeucht, als wir damit zum Gipfel strampelten. Da aber alle keuchten, ächzten und schwitzten, war das okay so. Doch der Fortschritt räumte auf mit den Pummelchen, wie einst die Weltgeschichte auch mittelalterliche Ritter samt ihren Rüstungen von der Bildfläche wischte: zu schwer, zu träge, zu unbeweglich. Die findige Biketechnik bescherte uns daraufhin Enduros – Bikes, die plötzlich alles konnten: Sie kletterten nicht nur flink auf jeden Berggipfel, sondern rollten ähnlich satt bergab wie einst die Freerider. Daher entschied der pfiffige Bikekäufer sich nun fürs Enduro oder eben gleich für einen Downhiller, wenn er’s bergab ganz eilig hatte. Nur wenige Hersteller hielten noch am klassischen Freeride-Konzept fest oder sie bohrten ihre Enduro-Modelle auf. Diese Bikes hießen dann Superenduros oder Leichtfreerider. Wir nennen sie jetzt wieder kurz und bündig: Freerider, denn die alten Bleibomben sind ja ausgestorben. Zwei typische Vertreter dieser neuen Freeride-Klasse sind Roses Soul Fire und Radons Swoop 170.

Mehr Fairness geht kaum

Die zwei Versender-Kontrahenten Radon und Rose kosten etwa das Gleiche und besitzen ein fast identisches Fahrwerk, ja sogar einen ganz ähnlichen Komponenten-Mix. Roses Ausstattungskonfigurator macht’s möglich: Der Kunde kann wählen, was er will. In beiden Testbike-Hinterbauten steckt RockShox Abfahrtsdämpfer Vivid Air, vorne federt die Lyrik. Radon spendierte seinem Bike allerdings die Top-Version RCT3 – dennoch: ideale Voraussetzungen für einen Konzept-Vergleich. Welcher Hersteller hat die bessere Geometrie? Für noch mehr Chancengleichheit montierten wir Einheitsreifen: vorne Contis Kaiser Project, hinten Baron Project – als ideale Kombi für einen harten Downhill- und Park-Einsatz.

Fazit: Beide Versender-Bikes bieten eine enorme Preis-Leistung und machen verdammt viel Spaß. In unserem abfahrtsorientierten Test gefiel uns das Rose mit seiner freeridigeren Geo etwas besser. Das Soul Fire ist handlich und sicher zugleich. Das lange, flache Radon entwickelt zwar ebenfalls erstaunliche Laufruhe und Fahrsicherheit, fährt sich im direkten Vergleich aber weniger spritzig.

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