Test 2018: Rocky Mountain Thunderbolt B.C. Ed.

Trailbike: Rocky Mountain Thunderbolt B.C.

01.01.2019 Dimtri Lehner - Das Rocky Mountain Thunderbolt B.C. Edition ist für uns der Inbegriff eines Trailbikes. So sahnte es in vergangenen Tests die volle Punktzahl ab. Hoffentlich bringt der Nachfolger keine Verschlimmbesserung?
Test 2018: Rocky Mountain Thunderbolt B.C. Ed.
© Herstellerfoto
Test 2018: Rocky Mountain Thunderbolt B.C. Ed.

DAS KONZEPT

Wenn die Hersteller von Trailbikes sprechen, weiß man oft nicht, was gemeint ist: Ist das Bike verspielt und ausgelegt für einen aggressiven Fahrstil, oder ganz auf Vortrieb getrimmt wie ein Cross-Country-Bike? Das Thunderbolt will beides sein. Der Rahmen lässt sich dank Geo-Verstellung beliebig verändern. Allerdings variiert die Ausstattung. Für CC-Fans bietet Rocky das Thunderbolt an, Trailstyler sollen mit dem Thunderbolt B.C.-Edition happy werden. Dafür steckten sie die wuchtige Fox-36er-Gabel ins Steuerrohr, allerdings auf 140 Millimetern getravelt. 2018 verpassten die Kanadier dem Thunderbolt ein Update (etwas länger, etwas flacher). Im Grunde nur Kleinigkeiten. Gut so, denn das Thunderbolt war bereits ziemlich perfekt.

FAKTEN

Geometrie (Medium):   Federweg: 140 mm / 140 mm
Reach:   435/447 mm
Stack:   599/590 mm
Kettenstrebe:   426 mm / 424 mm
Lenkwinkel:   66,4–67,6°
Sitzwinkel:   74,4–75,6° mm
BB Drop:   28/13 mm
Radstand:   1157 mm / 1156 mm
Gewicht:   12,4 kg (Größe M)

Die Thunderbolt-B.C.-Edition ist das Modell, das man als Gravity-Biker haben will. Zwar ist der Preis im Vergleich zum Vorgänger etwas gesunken, aber mit 6200 Euro immer noch happig.

AUF DEM TRAIL

Wir fuhren das schicke Rocky auf unserer Hausstrecke, den Isar-Trails, in der Slack-Geo-Einstellung, also so freeridig wie möglich. Das Terrain ist hier eher flach und zahm mit ein paar Stunts und wenigen ruppigen Passagen. Das Thunderbolt mit seinen leichten Laufrädern entwickelt enormen Vortrieb. Das begeistert! Die Sitzposition ist angenehm neutral, die Geo sehr verspielt. Ein kleiner Zug am Lenker, und das Bike schwingt aufs Hinterrad, vom Boden abgedrückt, und der Bunny Hop gelingt doppelt so hoch wie gewöhnlich – cool! Dass die Ausstattung mit GX-Eagle-Antrieb (1x12) tadellos ausfällt, ist bei dem Preis kein Wunder. Kurzum: Das Rad begeisterte ähnlich wie der Vorgänger vor drei Jahren. Verschlimmbesserung? No way!

Für wen?

Trailbikes sind gerade auf zahmen, eher flachen Hausrunden ideal. Denn mit ihrem leichten Gewicht, der gemäßigten Geo und dem knappen Hub entwickeln diese Bikes viel Vortrieb und Popp. Besonders die neue Generation der Trailbikes, die für einen aggressiven Fahrstil entwickelt wurde, macht besonders viel Spaß. So auch das Rocky. Die Kehrseite: Mit Trailbikes muss man bei Drops und Sprüngen präzise landen. Patzer verzeihen sie viel weniger als Enduros. Gerade jetzt, wo die Enduros immer mehr zu

Mini-Downhillern werden, greifen wir für unsere Hausrunde immer öfter zu Trailbilkes. Schade, dass man Oberarzt oder Lufthansa-Piloten sein muss, um sich das Rocky leisten zu können. 


FREERIDE Titel 2/2018
© Daniel Roos
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