Einzeltest 2019: Quarq Tyrewiz Reifendrucksensor

MTB-Reifendruck messen mit der App Tyrewiz

26.11.2019 Dimitri Lehner - Ha! Endlich mal wieder ein Elektronik-Gadget, das keiner außer mir testen mag in der FREERIDE-Redaktion. Ein elektronisches Druckmessdingsbums für schlappe 259 €? Her damit!
Einzeltest 2019: Quarq Tyrewiz Reifendrucksensor
© Georg Grieshaber
Quarq Tyrewiz Reifendrucksensor mit App

Meine "Handquetsch-Druckschätz"-Fähigkeiten sind nämlich begrenzt. Ohne Messgerät bin ich ziemlich aufgeschmissen. Gerade bei Defekten im Gelände kann das nerven. Ihr denkt: "First world problem"? Stimmt, aber irgendwie muss der Turbo-Kapitalismus-Motor ja laufen. Dass es für ’nen 10er einen digitalen Druckprüfer z. B. von Schwalbe gibt, verdränge ich jetzt mal.

Also: Das (der? die?) TyreWiz ist ungefähr (Handwerker-)daumennagelgroß und problemlos eingeschraubt. Die passende App (hurra, noch ’ne App!) koppelt sich schnell. Dann kann man – entweder auf Basis der Vorschläge des Programms oder nach eigenem Gutdünken – die Druckbereiche für vorne und hinten festlegen. Das Empfehlungs-Tool gleicht Fahrer- und Bike-Gewicht, Laufradgröße und Reifenmaß miteinander ab und rät dann zu einer bestimmten Bar-Zahl (oder PSI). Da das System aber keine Geländeformation, Reifenwandstärke oder Fahrstil kennt, sind die Empfehlungen nur bedingt praxistauglich. Also lieber selbst nach Erfahrung festlegen und lospumpen. Hat man den gewünschten Druck erreicht, springen die Anzeigen in der App und die Dioden im TyreWiz auf Grün und blinken im Sekundentakt. Ist der Druck zu niedrig, blinkt es langsamer in Rot, ist er zu hoch blinkt es hektischer. Das funktioniert nach dem ersten Abgleich auch ohne Handy.

Das TyreWiz-System hatte ich den ganzen Winter und noch den Frühling am schlauchlos aufgebauten Rad. Die Dioden blinkten zuverlässig und mahnten zu 2 bis 3 Nachpumpaktionen pro Woche. Auf einer Tour war es ganz praktisch, weil ich nach dem Platten einfach so lange gepumpt habe, bis es Grün blinkte. Alles in allem ein zuverlässiges Gadget.

Also kaufen? Na ja, mit dem Schwalbe-Airmax-Pro-Druckprüfer für besagte 10 Euro funktioniert das Reifendruckcheckthema genauso gut. Für den Preis von 250 Euro müsste das TyreWiz schon selbstständig Überdruck ablassen, oder nach der Tour das Bike putzen, oder so. Macht es aber nicht. Wer also nicht so krankhaft technikbesessen ist wie ich, kommt gut ohne das TyreWiz-System klar.

STÄRKEN   Zuverlässig
SCHWÄCHEN   Teuer

Fazit: sauteures Hightech-Gadget für Technik-Freaks. Ersetzt das 10-Euro-Messgerät der Konkurrenz für das 25-fache an Geld. Mehr nicht.


FREERIDE Titel 02/2019
© Sterling Lorence
Das könnte Sie auch interessieren
Schlagwörter

testQuarqTyrewizReifendruckmessgerät

Diese Ausgabe 127/2 bestellen

Branchen News
Anzeige