Test Freerider 2015: Kona Process 167

Modellathlet: Test Kona Process 167

24.08.2015 Christian Schleker - Das neue "Process 167" von Kona hätten wir sehr gerne auch gegen das "Enduro Evo" von Specialized antreten lassen. Das wäre ein heißer Kampf geworden.
Test Freerider 2015: Kona Process 167
© Daniel Simon
Bad Boy: Das "Process" duckt sich aggressiv ins Bild. Supertief, superlang, supergeil. In unseren Augen der aktuell beste Freerider am Markt.

Doch den Testsieger vom letztjährigen Vergleich gibt es nur noch als Mini-Downhiller mit Doppelbrücke (siehe Duell Specialized vs. Trek). Der abgestützte Eingelenker von Kona kommt mit den aggressivsten Geometriedaten des Testfeldes daher: 63,8er-Lenkwinkel, fast 450 Millimeter Reach in M und ein extrem tiefes Tret­lager für ein 26-Zoll-Bike mit so viel Federweg. Das Oberrohr fällt ab wie bei einem Damenrad – die Schrittfreiheit ist enorm. Die Ausstattung mit "Lyrik RC2 DH", "Vivid"-Dämpfer, 1x11-Schaltung und 150er-Teleskopstütze ist ideal für dieses Segment. Auf dem Kona sitzt man bei ausgefahrener Stütze sehr angenehm gestreckt für lange Tretpassagen bergauf. Erstaunlich: Der mit viel Sag abgestimmte Dämpfer bewegte sich beim Treten und selbst im Wiegetritt quasi null, obwohl wir die Druckstufe offen ließen. So konnten wir trotz des höheren Gewichts problemlos auch weit über 1000 Höhenmeter pro Anstieg bewältigen.

Test Freerider 2015: Kona Process 167
© Tobias Woggon
Ja, stimmt: Diesen Trick haben wir von Herrn Schleker schon oft gesehen. Sieht aber immer wieder schick aus und passt gut zum Thema: Statt enduromäßig den Reifen flach zu halten, stellt man Bikes wie das Kona "Process 167" einfach mal quer zur Fahrtrichtung. Strava? Kenn’ ich nicht ...

Bergab ist das "Process 167" dann eine Macht. Das Fahrwerk liegt extrem satt und arbeitet stabil im Hub. Kein Wegsacken, kein Durchschlagen. Dazu besitzt das Rad guten Popp und wirkt bei schnellen Richtungswechseln sehr agil und sicher. Voraussetzung: Aktive Körperarbeit und gezielte Belastung der Front in Kurven, sonst rächen sich der lange Reach und das kurze Heck mit Vorderrad-Wegrutschen. Überraschend war für uns, wie gut die "Lyrik" im Vergleich zu den Konkurrenzgabeln funktionierte. In Kombination mit dem fantastischen Hinterbau ist das Bike der neue Maßstab in dieser Kategorie. Genau wie beim Cube ist auch beim Kona das 40er-Sitzrohr problematisch für Fahrer über 1,80 Meter.

Fazit: Das "Process 167" ist der würdige Nachfolger des letztjährigen Testsiegers Specialized "Enduro Evo": Top Fahrwerk, top Geometrie und ideale Ausstattung. Wir hatten nichts zu mäkeln und jede Menge Spaß auf dem Bike. Unsere ganz klare Nummer 1 in diesem Vergleich.

Test Freerider 2015: Kona Process 167
© Daniel Simon
Kinematikwunder: Das Kona pedaliert absolut wippfrei, sackt im Wiegetritt und in Kompressio­nen null weg und schluckt ansonsten sensibel jeden Hubbel. Wir finden das Heck ziemlich perfekt.

PLUS • Fahrwerk • Geo • Handling
MINUS • nix!!!

Herstellerangaben

Vertrieb   Kona Europe www.konaworld.com
Material / Größen   Alu / S, M, L
Preis / Gewicht ohne Pedale   3 499 Euro / 15,2 kg

Messdaten  

Federweg vorn / hinten 170 mm / 167 mm
Hinterbausystem abgestützter Eingelenker

Ausstattung 

Gabel / Dämpfer   RockShox Lyrik RC2 DH / RockShox Vivid R2C
Kurbeln / Schaltung   SRAM X1 / SRAM X1
Bremsanlage  Avid Code R
Laufräder   Novatech Naben, WTB Frequency Team i25, Felgen, Maxxis Minion DHF 2.5 Reifen

Test Freerider 2015: Kona Process 167
© Daniel Simon
Länge hilft: Das sehr kurze Sitzrohr am Kona Process braucht eine weit verstellbare Stütze. Die KindShock "LEV" hat 150 Millimeter Hub. Perfekt. 
© FREERIDE Testteam
Test Freerider 2015: Kona Process 167
© FREERIDE Testteam
FREERIDE Testnoten Erklärung
© FREERIDE Testteam
FREERIDE Ausgabe 1/2015
© Sven Martin
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