Test 2016 - Downhiller: Lapierre DH 727

Lapierre DH 727 im Test

02.12.2016 Chris Schleker - Der vierte Vertreter der Motolink-Generation in diesem Test. Lapierre setzt auf einen normal-tiefen Drehpunkt und quetscht mittels doppelt übersetzter Hebelage einen günstigen Fox Van-Dämpfer.
Test 2016 - Downhiller: Lapierre DH 727
© Wolfgang Watzke
Deathgrip-friendly: Beim Lapierre kann man die Bremse noch auflassen, wenn man bei anderen Bikes schon panisch am Hebel zerrt. Das extrem satte Fahrgefühl des Motolink-Hinterbaus gibt Sicherheit, auch weil es beim (späten) Anbremsen nicht die Bodenhaftung verliert.  

Vorne federt ebenfalls die günstige Boxxer RC. Die extraklebrige Gummi­mischung (Vert Star) der Reifen ist erste Wahl für Racing, hält aber gerade am Hinterrad nur kurz. Mit langem Reach und etwas höherem Tretlager steht man ausgewogen im Rad. Die Kinematik des Hinterbaus arbeitet vom ersten Moment an beeindruckend: maximales Staubsauger-Feeling trotz einfachstem Dämpfer. Die Progression ist perfekt: supersensibel im Ansprechverhalten, stabil im mittleren Federwegsbereich und mit schier unendlichen Reserven bei harten Kloppern. Nur das Commencal legt eine vergleichbare Bodenhaftung an den Tag. Wir konnten sukzessive den Luftdruck der Super-Gravity-Reifen erhöhen, damit den Rollwiderstand und die Pannenanfälligkeit reduzieren und trotzdem immer noch sehr enge und hohe Linien fahren. Ideal für Race-Einsätze. Erstaunlich ist, dass das Lapierre dabei handlich und agil bleibt. Eine schöne Kombi. Die Gabel war aktiver als im Bulls, ist aber schwächer als die Team-Version im Commencal und kann mit dem sensationellen Hinterbau nicht ganz mithalten. Die Guide-Bremse neigt zum Fading.

Fazit: Das Bike des Weltmeisters 2015 funktioniert auch mit einfachen Federelementen super. Sattes Fahrwerk und geniales Handling für Race UND Spaß im Park.

Marcus Klausmann (38): "Das Heck gefiel mir fast so gut wie beim Commencal. Ich hatte extremen Grip trotz der eher harten Gummimischung der Reifen. Man steht gut im Rad und ist gefühlt nie am Limit. Die Gabel kommt mit dem tollen Heck aber nicht ganz mit."

Test 2016: Downhill Bikes bis 4000 Euro
© Wolfgang Watzke
Lapierre DH 727
 

Herstellerangaben
Vertrieb
   Lapierre SA
www.bikes-lapierre.de
Material/Größen   Alu/S,M,L
Preis/Gewicht ohne Pedale    3799 Euro/17,9 kg

Messdaten  
Federweg vorn/hinten
 200 mm/200 mm
Hinterbausystem   SLT Link (abgestützter Eingelenker)
Reach  430 mm
Stack  623 mm
BB-Drop -12 mm

Ausstattung 
Gabel/Dämpfer
   RockShox Boxxer RC/Fox Van RC Coil
Kurbeln/Schaltung   Ethirteen LG1/SRAM X01
Bremsanlage  SRAM Guide R
Laufräder  Formula DHL/Ethirteen LG1+ Felge
Reifen  Schwalbe Magic Mary SG Vert Star 27,5x2,35

Test 2016 - Downhiller: Lapierre DH 727
© Wolfgang Watzke
Lapierre DH 727: Komfortzone: Die aufwändige Hebelanlenkung holt aus dem einfachen Dämpfer das Maximum an Leistung raus. Mit sensationeller Bodenhaftung saugt sich das Bike durchs Gelände.
Test 2016 - Downhiller: Lapierre DH 727
© Wolfgang Watzke
Grenzfall: Die Boxxer RC war in mehreren Bikes verbaut, funktionierte aber nie gleich. Mal überfordert bei schnellen Schlägen, mal superfluffig. Im Lapierre war sie der begrenzende Faktor.
Test 2016 - Downhiller: Lapierre DH 727
© FREERIDE Testabteilung
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FREERIDE-RANKING: Die Zahl (maximal 10 Punkte) gibt den Gesamteindruck wieder und ist keine Addition von Fun- und Race-Punkten.

FREERIDE Titel 2/2016
© Martin Söderström
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