Test 2016: Rocky Mountain Maiden Worldcup

Downhill: Rocky Mountain Maiden Worldcup

29.07.2016 Dimitri Lehner - Na endlich! Jetzt, nach vier Jahren Entwicklungszeit, ist Rockys heiß ersehnte Antwort auf Demo, Session, V10 & Co endlich da – und hat gleich den ersten Rekord gebrochen.
Test 2016: Rocky Mountain Maiden Worldcup
© Dennis Stratmann
28 Prototypen-Rahmen waren nötig, bis Thomas Vanderham dem Maiden das Go gab. Wir bretterten mit Rockys neuem Carbon-Big-Bike über Leogangs Worldcup-Downhill und fühlten uns nicht nur verdammt schnell, sondern auch sehr sicher. Hier das Modell: Maiden Pro in dezentem Black.

Rocky Mountain Maiden – das teuerste Serien-Bike der Welt. Bämm! Das Magazin "Der Spiegel" verpasste dem Maiden kurz nach seinem Launch bereits die erste Schlagzeile. Tatsächlich kostet die Limited-Version des Maiden schwindelerregende 13.000 €. Dabei haben die Rocky-Ingenieure eigentlich ganz andere Rekorde im Sinn, Siege im Downhill-Worldcup zum Beispiel. Um den Charakter des Bikes gleich in den Namen zu packen, nannten die Kanadier ihre Downhill-Kampfansage Maiden – in Anlehnung an die lärmende Heavy-Metal-Band "Iron Maiden". Das Iron wurde geflissentlich unterschlagen, schließlich besteht das Maiden komplett aus Carbon. Vier Jahre wurde getüftelt und immer wieder – so heißt es – schüttelte Rocky-Rider und Projekt-Pate Thomas Vanderham den Kopf, was neue Prototypen zur Folge hatte. Jetzt ist es soweit, im Oktober kommen vier Modelle in den Handel. Natürlich soll alles, laut Rocky, vom Feinsten sein: beste Kinematik-Kurven, beste Lagertechnik, bestes Bremsverhalten, ja sogar die besten Carbonfasern. Eine Besonderheit sticht heraus: In das Maiden kann man 26- und 27,5-Zoll-Räder stecken – ohne dass sich die Geometrie verändert.

"Mit 26-Zoll fährt sich das Maiden viel agiler und eignet sich besser für Sprungeinlagen im Park", sagt Rocky-Teamfahrer Geoff Gulevich, der mit diesem Bike bei der Rampage in Utah an den Start gehen wird. Und da sind wir schon bei der nächsten Grätsche, die die Rocky-Ingenieure hinkriegen wollten: Das Bike soll zwar in Downhill-Rennen zu Höchstleistungen fähig sein (ein Worldcup-Team ist geplant), aber auch Hobby-Freerider im Bikepark glücklich machen. Wir finden: Das ist gelungen. Das Maiden ist keine Eisenbahnschiene, sondern überraschend agil und wendig. Daran haben die kurzen Kettenstreben (425 Millimeter wie beim Specialized Demo) ihren Anteil. Auffällig: Das Maiden liegt mit seinem BOS-Fahrwerk (ob mit Luft- oder Stahlfedergabel) super satt. Damit entwickelt es selbst bei Fullspeed enorme Sicherheit, klebt förmlich am Boden und wirkt allzeit souverän. Der Komfort bedeutet aber auch, dass das Maiden für Sprungeinlagen mehr Nachdruck fordert als manch anderes 200-Millimeter-Bike. Wir fuhren es im direkten Vergleich zu Treks Session, unserem Park-Favoriten unter den Big Bikes. Das Session wirkte direkter und quirliger, erzeugte aber auch deutlich weniger Komfort.

Fazit: Rocky hat den Anschluss an die Spitze geschafft. Das Maiden befindet sich auf Augenhöhe mit der Konkurrenz von Trek, Specia­lized und Devinci. Jetzt fehlen nur noch die Rennerfolge. 

PLUS Sicherheit, Fahrwerk, Optik
MINUS Preis

Test 2016: Rocky Mountain Maiden Worldcup
© Herstellerfoto
Vier Modelle des Maiden bietet Rocky ab Oktober an. Von Park bis Edel-Downhill, von teuer (4900 €) bis superteuer (13 000 €). Doch auch Alu-Modelle sind geplant.

Herstellerangaben

Vertrieb  Bike Action   www.bike-action.de
Material/Größen   Carbon/S,M,L,XL
Preis/Gewicht ohne Pedale   8590 Euro/15,8 kg

Messdaten  

Federweg vorne/hinten   200 mm/200 mm
Hinterbausystem  Viergelenker

Ausstattung

Gabel/Dämpfer  BOS Idylle Air/BOS Stoy RaRe
Kurbeln/Schaltung   Race Race Atlas/Shimano Saint
Bremsanlage  Shimano Saint
Laufräder  Stan’s Neo Naben, ZTR Rapid 30 Rims, DT Swiss Speichen, Maxxis DHR II 3C 2,4 Reifen

Test 2016: Rocky Mountain Maiden Worldcup
© FREERIDE Testteam
Geometrie des Rocky Mountain Maiden Worldcup
FREERIDE Titel 4/2015
© Ale Di Lullo
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