Bikepark-Test 2019

Sechs Gravity-Spots im FREERIDE-Check

02.01.2020 Dimitri Lehner - Vor 20 Jahren öffneten bei uns die ersten Bikeparks. Viel Zeit, um die Spielplätze für schwerkraftverliebte Shredder auf ein neues Niveau zu hieven. Wir suchten nach dem Superpark, der uns alle happy macht.
Bikepark Berra Schweiz
© Hansueli Spitznagel
Juhu – endlich Airtime! Wie hier im Schweizer Mittelgebirgspark La Berra, nahe Fribourg. Gut gebaute Jumps sind leider noch immer selten.

Flow – das magische Phänomen liegt satt im Visier der Parkbauer – Fahrfluss, beschwingt und einfach. Denn die Strecken-Designer scheinen sich auf eine Zielgruppe eingeschossen zu haben: Bikepark-Neulinge und Familien; sie sind zweifelsohne die größte Zielgruppe. "Singletrail-Blues" nennt Freeride-Erfinder Wade Simmons den Trend zu leichten, blauen Strecken. Das Wortspiel "Blues" bezeichnet nicht nur den Schwierigkeitsgrad des Tracks, sondern auch eine gewisse Traurigkeit, weil sich anscheinend niemand mehr an Jump-Strecken für Fortgeschrittene traut. Auf die viel beschworene A-Line aus dem Paradepark Whistler mit unzähligen Jumps und massig Airtime müssen wir hier also noch immer warten – obwohl tausendfach angekündigt.

Bikepark-Test Übersichtskarte
© FREERIDE Magazin
Die Bikeparks in der Übersichtskarte

Den gesamten Bikepark-Test mit diesen Bikeparks inklusive Bikepark-Beschreibungen, allen Informationen und Noten gibt es als PDF unten im Download-Bereich:

  • Todtnau (GER)
  • Willingen (GER)
  • Saalbach Hinterglemm (AUT)
  • Järvsö (SWE)
  • Berra (CH)
  • Kronplatz (IT)

Nach über 20 Jahren Bikepark-Bau hat sich bei uns eine Menge getan, den Superpark, der alle glücklich macht, gibt es in unseren Augen aber noch immer nicht. Dafür Parks mit sehr unterschiedlichem Charakter und einzelne Strecken, die sehr gelungen sind. Trail-Bauer Diddie Schneider zum Beispiel verpasste dem Bikepark Willingen neue Trails nach Vorbild seiner erfolgreichen Flow-Country in Bischofsmais – simpel zu fahrende Murmelbahnen mit gefahrlosen Table-Sprüngen und vielen Anliegern – ideal für Park-Einsteiger. Im Hochgebirge, am Kronplatz und in Saalbach Hinterglemm, profitieren Enduristen von langen, epischen Naturabfahrten wie dem 1300 Höhenmeter langen Herrensteig oder dem legendären Hacklberg-Trail. Todtnau dagegen bedient Bigbike-Shredder mit Abfahrten, die hohes Können voraussetzen; Einsteiger sind hier überfordert. Im schwedischen Järvsö ist die Streckenvielfalt in unseren Augen am besten gelungen. Hier gibt es alles: Einsteiger-Tracks, Flow-Abfahrten, Jump-Strecken und Downhill-Pis­ten. Ein Mini-Whistler, wenn man so will. Kein Wunder, denn der ehemalige Whistler-Trailchef Tom Pro hat hier gewerkelt. Nachteil von Järvsö: Der Park befindet sich am Ende der Landkarte, tausende Kilometer entfernt – sprich: Das hilft uns auch nicht wirklich weiter. 

Die Top-Note 10 können wir noch immer nicht vergeben; die Suche geht also weiter. Statt Pauschalempfehlung lautet unser Tipp: Schaut Euch das Angebot der Parks genau an und sucht nach Eurem Fahrkönnen aus. Und dann ist da noch der persönliche Geschmack, denn Bikeparks lassen sich nur schwer objektiv bewerten. Seid Ihr mit unseren Einschätzungen einverstanden?

Lasst es uns wissen: E-Mail an info@freeride-magazine.com


FREERIDE Titel 03/2019
© Jacob Gibbins
Download
Ausgabe: 3/2019
6 Seiten 4,25 MB 1,49 € Zum Shop →

*) Für Print-Jahresabonnenten kostenlos

Das könnte Sie auch interessieren
Schlagwörter

Bikepark-TestGravity-Spot

Diese Ausgabe 3/2019 bestellen

Branchen News
Anzeige
 
"st":"bikemaga", // site/domain "cp":"FREERIDE/Bikeparks", // code "sv":"in", // FRABO-Tag "sc":"yes"