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Kanada: British Columbia – Northshore

13.12.2010 Dimitri Lehner - In British Columbia steht nicht nur die Wiege des Freeridens, das Land an Kanadas Pazifikküste ist schlichtweg das Paradies für actionverliebte Biker. Wir sagen euch, was ihr im gelobten Land unbedingt erleben müsst.
© Harookz
„Freeriden in British Columbia erfordert ungeheueren Mut, eine Evel-Knievel-Mentalität und ist trotzdem immer höllisch gefährlich“ – dieses Vorurteil ist weit verbreitet und schreckt viele von einem B. C.-Besuch ab. Grund für das Missverständis: Extrem–Videos und Stuntfotos wie dieses hier. Ryan Berrecloth dropt sechs Meter von einem morschen Northshore-Stunt in die Tiefe.

Schon der Name klingt unheimliche: Northshore. Und dann die Bilder, die man von diesem mysteriösen Bike-Revier aus Videos und Zeitschriften kennt: umgestürzte Riesenbäume, modrige Stämme, Farne, verfaulte Rinde und das Schummerlicht wie aus einem Horrorfilm. Denn kaum ein Sonnenstrahl schafft es, sich durchs dichte Blätterdach zu zwängen. Mit unserer Vorstellung von Wald hat der Küstenwald British Columbias nichts zu tun. Es ist Urwald. Wildnis. Das verwundert nicht bei einem Land, das viermal so groß ist wie Deutschland, in dem aber nur vier Millionen Menschen leben. Fast jeder Zweite wohnt im Großraum Vancouver. Die Stadt am Meer hat den Ruf eine der schönsten Küstenstädte der Welt zu sein – mit sensationell niedriger Kriminalitätsrate.

Der so genannte Northshore befindet sich im Norden der Stadt und besteht aus drei Bergen: Mount Seymour ganz im Osten, Mount Fromme in der Mitte und Mount Cypress ganz im Westen. Über die Jahre eroberten die Freerider den Bergwald und legten an den Hängen ein dichtes Trailnetz an. Nicht falsch verstehen! Wir sprechen nicht von einem touristisch erschlossenen Gebiet mit beschilderten Bike-Touren. Eher von einem Abenteuerspielplatz verwegener Hardcore-Biker, die sich in jahrelanger Arbeit Stunttrails für die Feierabendrunde zusammengenagelt haben. Zwar gibt es Trailkarten – eine Garantie, die Trails zu finden, ist das aber noch lange nicht. 

Yorick Carroux, Action-Fotograf und leidenschaftlicher Freerider, lebte einige Jahre in Vancouver und formuliert es so: "Freeriden am Northshore kann schnell zum Negativ-Erlebnis werden, wenn man den falschen Trail fährt und durch das steile, technisch-schwierige Gelände überfordert wird. Der Northshore ist kein Bikepark und selbst nach einigen Jahren in Vancouver ist es schwer, sich in dem unübersichtlichen Gelände zurechtzufinden."

Sein Tipp: An einer organisierten Tour teilnehmen. Vorteil: Die Guides kennen das Revier wie ihre Westentasche und organisieren Shuttlerides. Wer sein Northshore-Abenteuer individuell gestalten will, sollte sich in North Vancouver eine Unterkunft suchen. Von dort lassen sich die Northshore-Berge in zirka einer Stunde erstrampeln. Yoricks Rat: "Höchstens 2-3 Tage für den Northshore einplanen und lieber noch Zeit für die Trails in Squamish, Whistler und Pemperton einplanen. Denn die sind viel flowiger, nicht so ruppig und landschaftlich wesentlich schöner mit Wildflüssen und vielen einsamen Seen." Über einen Mangel an Seen kann man sich in B. C. tatsächlich nicht beklagen. Knapp 250 000 gibt es davon.

Alles über das Bike-Paradies Whistler und den mystischen Northshore gibt's unten im PDF-Download.

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