Spotcheck: La Fenasosa / Spanien

Ein etwas anderer Bikepark: La Fenasosa

27.03.2017 Dimitri Lehner - Kanada hat Whistler. Frankreich hat Portes du Soleil. Und Spanien La Fenasosa. Ein Bikepark ohne Lift, aber mit Armytruck-Shuttles. Mit Finca. Und mit Megatrails, irgendwo zwischen Traum und Alptraum.

DER SPOT

20 Kilometer DH-Strecken im Natio­nalpark Sierra Mariola bei Alicante. Der Park liegt in einem 1000 Hektar großen Privatgelände mit Wildtierbestand auf knapp 1200 Metern Höhe. Lifte gibt’s keine, es wird in Armytrucks geshuttelt, deren Anhänger jeweils Platz für bis zu zwölf Biker bieten. Außer im August ist hier immer offen. Allerdings nur, wenn mindestens zehn Leute zusammenkommen. Ein langhubiges Enduro ist Mindestanforderung, denn viele Sprünge sind riesig, die Abfahrten lang und teils sehr felsig. Wer kann, greift zum Downhiller. Beste Reisezeit: ganzjährig (geschlossen im August). www.lafenasosa.com

Spotcheck: La Fenasosa / Spanien
© SR Suntour
Der Spot La Fenasosa

DIE TRAILS

Der Park bietet drei eher naturbelassene, nicht zu steile, aber sehr ruppige DH-Strecken. Dazu gibt es drei smooth angelegte und gut gepflegte Trails mit teilweise enorm großen Jumplines. Übers Gelände verteilt finden sich noch eine sehr lange und konditionell anspruchsvolle Endurorunde und einige Cross- und Freeridestrecken mit Holzelementen, kleinen Anliegern und Sprüngen. Direkt an der Finca liegt die "Flugzone" des Parks. Ein großes Gap (5 Meter tief, 7 Meter weit) und drei anschließende gigantische Double-Sprünge (10–15 Meter) sind nur für Könner geeignet. Alle Trails werden sehr gut gepflegt und sind ganzjährig in gutem Zustand.

Spotcheck: La Fenasosa / Spanien
© SR Suntour
La Fenasosa Trails

DAS DRUMHERUM

Die Finca des Parkbesitzers ist eigentlich ein Jagdschlösschen. Urig und sehr privat eingerichtet. Der Hausherr ist ehemaliger Motorrad-Rennfahrer und exzellenter Koch. Die Finca hat sechs Zimmer und insgesamt zwölf Schlafplätze. Eine funktionale Heizung gibt’s nicht, deswegen sollte man im Winter warme Sachen mitnehmen. Für Park und Finca kann man online Tagestickets, Wochenenden und ganze Wochen buchen. Es empfiehlt sich eine Gruppenbuchung für mehrere Tage. Mindestens zwei Tage sollte man einplanen, um das Gelände komplett zu befahren. Anreise: Flug nach Alicante und dann nochmal 1 Stunde mit dem Shuttle zum Park.

Spotcheck: La Fenasosa / Spanien
© Veranstalterfoto
Die Finca des Parkbesitzers in La Fenasosa

FÜR WEN?

La Fenasosa ist ein Park für Fortgeschrittene und Könner. Das Gelände ist rau, es fordert Konzentration und Fahrtechnik. Mit dem Enduro sind einige Sprünge und der Untergrund grenzwertig. Mit dem Downhiller kann man maximalen Spaß haben, aber nur wenn man sich in der Luft sicher fühlt. Denn in La Fenasosa sind die meisten Sprünge als Doubles gebaut und die Beschilderung ist spärlich bis nicht vorhanden. Man merkt der Streckenführung an, dass ambitionierte Motocrosser zum Bauteam gehören. Außerdem wurde der Park von Sprungmonster Andreu Laconeguy beraten. Kein Scherz.

FREERIDE Titel 4/2016
© Ale di Lullo
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