Spotcheck: Bikepark Oberammergau

Bikepark Oberammergau: Alle Strecken offen

15.01.2018 Dimitri Lehner - Der Bikepark Oberammergau galt lange Zeit als Hoffnung der Münchner Gravity-Szene, doch dann wurde er plötzlich stillgelegt. Nach 8 Jahren geht’s weiter. Endlich sind alle Strecken offen – wir waren dort.
Spotcheck: Bikepark Oberammergau
© Boris Beyer
Spotcheck: Bikepark Oberammergau

DER SPOT
Bayern, wo’s am schönsten ist: Oberammergau liegt in den Ammergauer Alpen eine Autostunde von München. Almwiesen, Lüftelmalerei, Kuhglocken – ein Urlaubstraum. Neben der Kolbensattelbahn verstecken sich im Wald die sechs Hauptstrecken des Bikeparks Oberammergau. Das klingt nach viel, doch die Streckenlänge relativiert das wieder. OGau, wie der Park liebevoll genannt wird, ist ein kleiner Bikepark. Früher shuttelte ein Sessellift nach oben, jetzt gibt es zwei Ankerlifte für die 220 Höhenmeter. Das hört sich unkomfortabel an, funktioniert aber gut.
www.bikepark-oberammergau.de

DIE TRAILS
OGau ist mehr Trail-Spot als Bikepark im klassischen Sinn (also mit breiten Vollgas-Abfahrten voller Stunts). Alle Strecken führen durch den Wald und sind bis auf den Flowtrail schmale, naturbelassene Singletrails. Die Namen sind Programm: Wurzelsepp (980 m / 160 hm), Switchbacker (480 m / 100 hm), Fichtenschreck (1300 m / 220 hm). Der Berghang ist feucht – hat es einen Tag richtig geregnet, dauert’s eine Woche, bis die Trails wieder trocken sind. Wer hier Spaß haben will, darf sich vor Schmodder, nassen Steinen und glitschigen Wurzeln also nicht fürchten. Ideales Bike? Ein Enduro reicht dicke.


DAS URTEIL
Uns gefiel die Strecke Fichtenschreck, weil steil, softer Waldboden, Wurzelteppiche und ein paar Stunts. Alternativer Spaßbringer: Kleiner Hobbit, weil schnell, schmal, wurzelig. Wurzelsepp und Switchbacker hinterließen einen eher blassen Eindruck. Die Flowline bespaßt Parkneulinge mit harmonischen Kurven, für Könner eher was zum Warmfahren. Enttäuschend: die Jumpstrecke (380 m/100 hm), auf der wir wegen der speziellen Streckenführung und den eigenartigen Distanzen überhaupt nicht zurechtkamen. Auffallend: alle Trails sind eher langsam.

FÜR WEN?
Wer von weiter anreist, auf Park-
Shredden aus ist und sich Airtime mit dem Big Bike, zügige Liftfahrten und gebaute Stunts vorstellt, wird von dem kleinen Singletrail-Park mit seinen zwei Ankerliften enttäuscht sein. Hier haben eher Enduro-Fahrer Spaß, die gerne auf Naturtrails unterwegs sind und nassen Untergrund als Herausforderung sehen. Die 2 Kilometer lange Flowline ist für Park-Einsteiger witzig, der Jumptrail dagegen ist zu kurz und die Sprünge sind schlecht dimensioniert. Hier schaffte es nicht einmal Superstar Bernard Kerr in jede Landung.


FREERIDE Titel 3/2017
© Brendan Fairclough (GoPro)
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