Spot-Duell: Bischofsmais gegen Spicak

Bikepark-Check: Deutschland oder Tschechien?

29.12.2017 Dimitri Lehner - Die Bikeparks Spicak und Bischofsmais liegen gerade mal 30 Autominuten voneinander entfernt. Beide nahe der tschechisch-deutschen Grenze. Wir klären, welcher mehr Spaß macht.
Spot-Duell: Bischofsmais gegen Spicak
© Heiko Mandl
Bischofsmais, Deutschland

Bischofsmais (GER)

Der Bikepark im niederbayerischen Bischofsmais ist der älteste Bikepark Deutschlands (1999) und hat folglich viele Fans. Zu Recht! Zwar misst der Höhenunterschied gerade mal 260 Meter, dafür gibt es aber ein breites Trail-Angebot. Vier Hauptstrecken führen ins Tal: 1. Eine sehr anspruchsvolle Downhill-Strecke mit vielen kniffligen Stunts. 2. Eine Slopestyle-Abfahrt ("Evil Eye") mit gut gebauten Holzelementen. 3. Eine eher unspektakuläre Downhill-Light-Strecke ("Freeride") und 4. Eine geschmeidige, eher zahme Kurvenabfahrt ("Flow-Country"), die sich vor allem an Park-Einsteiger richtet. Schon lange verspricht der Betreiber Diddie Schneider einen Jump-Trail für Fortgeschrittene, denn aktuell fehlt dem Park so eine Strecke. Kritik gibt’s auch für die Streckenpflege. So war etwa der "Evil Eye" über Wochen trotz Betrieb geschlossen. Schade. Ebenfalls nervig: der langsame Einzel-Sesselift. Erst bei viel Betrieb wird ein schneller Schlepplift aktiviert. Mustergültig: die Jumpline nahe der Talstation mit ihren gut gebauten Table-Sprüngen und Spielereien. Sehr gut auch: die lange Saison (oft von Mai bis in den November). All das zählt für viele Parkbiker als schlagkräftiges Argument für Bischofsmais statt Spicak.


Spicak (CZE)

Direkt hinter der deutsch-tschechischen Grenze liegt der kleine Ort Spicak. Der Park bietet etwas mehr Höhenmeter (340) als der Geißkopf und einen Vierer-Sesselift, der seine Besucher schnell auf den Berg gondeln kann – wenn er denn will. 2016 ließen die Betreiber den Lift sehr langsam laufen (warum eigentlich?). Lange Liftschlangen sind dennoch selten. Die Park-Biker verteilen sich auf den drei Hauptstrecken. Gut: Die Strecken sind gut definiert und richten sich mit blau, rot, schwarz jeweils an die bezeichnete Könnerstufe. Unser Favorit: die "Black Friday", eine Jumpline mit vielen spaßigen Features, viel Airtime und viel Flow. Die blaue Strecke "Forest Virgin" für Einsteiger führt etwas phantasielos mit vielen Anliegern ins Tal. Da macht der Einsteiger-Trail "Flow Country" in Bischofsmais mehr Gaudi. Der Downhill "Struggle" ist eine eher old-schoolige, verwinkelte Abfahrt mit Felsen und Stufen – das muss man mögen. Vorteil Spicak: Alle Strecken sind weniger nässeempfindlich als am Geißkopf. Angenehm: Spicak schont den Geldbeutel. Ob mit der günstigeren Lift­karte oder beim Restaurant-Besuch danach. Die Saison ist zwar kürzer als in Bischofsmais, dafür läuft der Lift im Sommer bis 18 Uhr – super!

Spot-Duell: Bischofsmais gegen Spicak
© Lars Scharl
Spicak, Tschechien

DER SIEGER

Deutschland versus Tschechien – es kann nur einen Gewinner geben. Der heißt für uns: Spicak. Beide Bikeparks machen uns viel Spaß, doch in Spicak kriegt man mehr Runs hin, fährt günstiger und wird mit besser gebauten Stunts und Sprüngen bespaßt. Aber: Reine Downhiller oder Park-Neulinge könnten das anders sehen.


FREERIDE Titel 2/2017
© Sven Martin
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