Mercedes-Benz UCI Mountain Bike World Cup 2019

World Cup Diaries Albstadt

22.05.2019 rasoulution, Jeanette Borchers - Der Auftakt des Cross-Country-Weltcups bot alles: Spannung, Drama, Überraschungen und überglückliche Gewinner – und das bei extrem herausfordernden Witterungsbedingungen. Hier sind die Highlights...
World Cup Diaries Albstadt
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Mathias Flueckiger

Tückische Streckenbedingungen sorgen für spannende Rennen

Im Vorfeld der Rennen in Albstadt wurde viel über die Strecke diskutiert. Im vergangenen Jahr hatte starker Regen der Strecke extrem zugesetzt und den lehmigen Boden in Albstadt in eine einzige Rutschbahn verwandelt, was viele Stürze zur Folge hatte. Auf Grund der schwierigen, rutschigen Bedingungen im Vorjahr wurde die Strecke für 2019 wetterfest gemacht. Brenzlige Stellen wurden entschärft und mit Brechsand aufgefüllt oder mit hölzernen Elementen überbrückt. Nach Abschluss der Arbeiten gab es im Vorfeld des Rennens dennoch Kritik. Mehrere Fahrer hielten die technisch ohnehin nicht sonderlich anspruchsvolle Strecke jetzt für viel zu einfach. Starker Regen und äußerst nasse Bedingungen machten aber auch in diesem Jahr die Strecke extrem anspruchsvoll. So lässt sich nach dem Rennen festhalten, dass die Strecke in Albstadt nicht zu leicht, nicht zu schwer, sondern eines ist: selektiv!

Aufgrund der beiden sehr steilen und langen Anstiege verzeiht sie keine konditionellen Schwächen. Auch die Abfahrten stellen die Athleten gerade bei Nässe vor große Herausforderungen. So gab es auch in diesem Jahr einige teils spektakuläre Stürze, die jedoch erfreulicherweise ohne schwere Verletzungen ausgingen. Zusammenfassend lässt sich sagen, dass die Strecke zurecht Teil des Weltcups ist - nicht zuletzt dank tausender begeisterter Zuschauer, die die Athleten auch bei widrigsten Bedingungen mit lautem Jubel den Berg hinauftrugen.

Spannende Short Track-Rennen: van der Poel dominiert weiter – Courtney überrascht

2018 wurde mit dem Cross-Country Short Track eine neue Disziplin eingeführt. Eine Maßnahme, die sich bezahlt gemacht hat, denn die Short Track-Rennen machen den Kampf um den Gesamtweltcup spannender und bieten den perfekten Auftakt in ein Rennwochenende. So geschehen auch in Albstadt. Tausende Zuschauer auf der Schwäbischen Alb durften sich über extrem spannende Rennen freuen. Den Auftakt machten die Frauen. Eine Spitzengruppe von zehn Athletinnen ging geschlossen auf die Schlussrunde und sorgte für ein packendes Finish. Am Ende triumphierte Kate Courtney (USA) und sicherte sich ihren ersten Weltcupsieg. Jolanda Neff (SUI) folgte mit einer Sekunde Rückstand als Zweite und verwies ihre Landsfrau Kathrin Stirnemann mit einer weiteren Sekunde Rückstand auf Rang drei. Auch bei den Männern fiel die Entscheidung erst in der letzten Runde. Mathieu van der Poel (NED) zog das Tempo mit einem wahnsinnigen Antritt an, ließ alle anderen Fahrer beim Überholen langsam aussehen, hatte auch auf den letzten Metern die schnellsten Beine und setzte sich schlussendlich gegen Lars Forster und Nino Schurter (beide SUI) durch. Die Gewinner waren somit nicht nur Courtney und van der Poel, sondern auch die Zuschauer.

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Jolanda Neff

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Schweizer dominieren weiter – in unerwarteter Reihenfolge

Ein Schweizer gewinnt in Albstadt, vier weitere landen in den Top-Ten. Man könnte meinen, das Rennen nahm seinen im Vorfeld erwarteten Verlauf. Immerhin hatte Nino Schurter 2017 alle XCO-Rennen gewonnen und eine perfekte Saison bestritten, und auch 2018 gewann der Schweizer Top-Favorit vier von sieben Rennen und verteidigte sowohl den Gesamtweltcup als auch den WM-Titel erfolgreich. Doch weit gefehlt. Nicht Schurter stand am Ende oben auf dem Siegerpodest, sondern sein Landsmann Mathias Flückiger. Für den 30-Jährigen war es der zweite Weltcupsieg nach seinem Erfolg in Mont-Sainte-Anne im Vorjahr. In Albstadt übernahm Flückiger in der zweiten Runde die Führung und gab sie nicht mehr her. Im Ziel hatte er letztlich 32 Sekunden Vorsprung auf Mathieu van der Poel. Schurter und Lars Forster gingen früh im Rennen ein sehr hohes Tempo und zogen das Feld auseinander, doch beide mussten ihrem extremen Anfangstempo Tribut zollen. Während der formstarke Forster zum Pechvogel des Tages avancierte und nach seinem dritten Sturz das Rennen vorzeitig beenden musste, rettete Schurter immerhin noch den sechsten Platz ins Ziel. Landsmann Florian Vogel auf Platz fünf, Reto Indergand als Achter, gefolgt von Andri Frischknecht auf Position neun rundeten das hervorragende Schweizer-Ergebnis mit fünf Eidgenossen in den Top-10 ab.

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Kate Courtney

Perfektes Wochenende für Kate Courtney

Kate Courtney gewann nach dem Short Track am Freitag auch das Rennen am Sonntag und feiert einen Saisonauftakt nach Maß. In ihrer erst zweiten Saison als Elite-Fahrerin gelang der US-Amerikanerin damit gleich innerhalb eines Wochenendes ihr erster Short Tack- und erster XCO-Weltcupsieg. Im Vorjahr war ein dritter Platz in Mont-Sainte-Anne ihr bestes Short-Track-Ergebnis. Bei den Rennen über die olympische Distanz blieb sie 2018 ohne Top-5-Ergebnis im Weltcup. Bei der Weltmeisterschaft in Lenzerheide zeigte die 23-Jährige jedoch ihr ganzes Talent, düpierte die Konkurrenz und sicherte sich etwas überraschend, aber mit deutlichem Vorsprung, die Goldmedaille. Diesen Schwung nahm die Scott – SRAM MTB Racing-Fahrerin offensichtlich mit in die neue Saison. Beim Saisonauftakt im Short Track zeigte sich Courtney durchgehend in den vorderen Plätzen. Von Rang drei aus zog sie kurz vor dem Ziel den Sprint an, ließ Weltcup-Gesamtsiegerin Jolanda Neff keine Chance und sicherte sich ihren ersten Weltcupsieg. Courtneys Leistung beim XCO-Rennen war sogar noch beeindruckender. Selbst ein Sturz in der zweiten Runde konnte ihre dominante Vorstellung nicht bremsen. Bereits in der Einführungsrunde distanzierten sich Courtney und Neff vom restlichen Feld. Beim zweiten Anstieg konnte sich Courtney dann von ihrer Rivalin absetzen, kontrollierte das Rennen fortan von der Spitzenposition, baute ihren Vorsprung sukzessive aus und fuhr nach 1:26,03 Stunden einen triumphalen Sieg ein. Eine beeindruckende Leistung und ein perfekter Start in die Saison der jungen Amerikanerin.

Niederländisches Radsport-Phänomen holt sich die Weltcup-Führung

Nach zahlreichen Siegen im Cyclo-Cross und bei den Frühjahrsklassikern auf der Straße hat Mathieu van der Poel seine beachtliche (Früh-)Form auch auf dem Mountainbike unter Beweis gestellt. Seinem Triumph beim Short Track am Freitag folgte der zweite Platz beim Rennen am Sonntag. Vor allem beim Short Track zeigte der Niederländer seine ganze Dynamik. Bis zur siebten von neun Runden hielt sich van der Poel im Feld bedeckt. Sein Antritt aus dem Nichts sprengte das Feld jedoch und zeigte sein enormes Potenzial. Das Führungstrio um van der Poel, Nino Schurter und Henrique Avancini (BRA) nahm zwischenzeitlich zwar wieder Tempo raus, ein zweiter Antritt van der Poels sorgte jedoch für die Entscheidung. Unnachahmlich setzte er sich kurz vor der Zielkurve in Führung und ließ Lars Forster auf der Zielgeraden keine Chance. Auch auf der olympischen Distanz am Sonntag zeigte van der Poel seine starke Form. Zunächst wollte auch er das hohe Anfangstempo von Schurter und Forster mitgehen, besann sich aber eines besseren und absolvierte sein Rennen. Nach zwei von sechs Runden überquerte er die Ziellinie als Zwölfter.

Doch dann begann die Aufholjagd. Eine Runde später war er bereits Sechster und nach zwei Dritteln des Rennens rangierte er auf Platz drei. Mit einem Kraftakt auf der Schlussrunde gelang es ihm, Jordan Sarrou (FRA) abzufangen, wenig später zu überholen und sich schlussendlich den zweiten Platz zu sichern. Lediglich Mathias Flückiger war ihm enteilt, 32 Sekunden fehlten dem Niederländer auf den Tagessieg. Mit 325 Punkten verlässt van der Poel Albstadt erstmals mit dem Trikot des Weltcup-Führenden. Flückinger, Achter beim Short Track, folgt mit 20 Punkten Rückstand auf dem zweiten Platz.

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Mathieu van der Poel

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