UCI Cross-Country Mountain Bike World Cup 2017

Lenzerheide: Heimsieg für Nino Schurter

10.07.2017 rasoulution, Jeanette Kühn - Nino Schurter freut sich über das gewonnene Heimrennen, Annie Last glänzte mit dem erstem britischen Sieg seit 20 Jahren.
UCI Cross-Country Mountain Bike World Cup 2017
© Sven Martin
Heimsieg für Nino Schurter in Lenzerheide

Einen Tag nach dem Downhill-Krimi standen die Cross-Country-Profis beim UCI Cross-Country Mountain Bike World Cup in Lenzerheide im Rampenlicht. Zehntausende Mountainbike-Begeisterte tummelten sich auf der 4,2 Kilometer langen Strecke, um die XCO-Asse anzufeuern und das obwohl das Wetter am Sonntag für eine zusätzliche Portion Spannung sorgte. Mit mehreren Schweizer Fahrern auf Top-Niveau mit Siegchancen war gute Stimmung und lautes Jubeln garantiert und so kamen die Zuschauer an der Strecke dann auch in den Genuss von zwei Rennen, die nicht spannender gewesen sein könnten. Am Ende eines packenden Renntages, der sowohl sportlich als auch wettertechnisch nicht wechselhafter hätte sein können, freuten sich Annie Last (GBR) und Nino Schurter (SUI) über Weltcup-Siege in Lenzerheide.

Die Athleten trainierten die gesamte Woche unter heißen und trockenen Bedingungen, doch bereits am Vorabend sorgte ein heftiges Gewitter für Abkühlung und eine extra Portion Spannung. Am Morgen des Renntages waren alle Teams am tüfteln. Würde die 4,2km lange Strecke am Fuße des Lenzerheide Bikeparks bis zum Rennen abtrocknen? Wie hatten sich die verschiedenen Stellen im Wald und auf den offenen Grasflächen verändert? Was ist die beste Reifenwahl? Die Antworten darauf konnten nur die Rennen geben.

Annie Last mit erstem britischen Sieg seit 20 Jahren – Jolanda Neff holt den vierten Rang

UCI Cross-Country Mountain Bike World Cup 2017
© Sven Martin
Annie Last, erster britischer Sieg seit 20 Jahren

Die Schweizer Fans an der Strecke konnten beim Rennen der Frauen gleich von Anfang an jubeln, da sich Jolanda Neff (SUI) mit einem starken Start aus der zweiten Reihe gleich in die Spitzengruppe um die norwegische Alt-Meisterin Gunn-Rita Dahle Flesjaa und die aktuelle Weltcupführende, Yana Belomoina (UKR), setzte. Zu Beginn der zweiten Runde um den 4.2km langen und technisch extrem anspruchsvollen Kurs, war die Spitzengruppe durch die Polin Maja Wloszczowska, auf vier Fahrerinnen angewachsen doch wenig später schafften es Dahle Flesjaa und Belomoina sich ein wenig abzusetzen.

In den folgenden Runden entwickelte sich ein packender Zweikampf mit vielen Führungswechseln zwischen den beiden Frauen an der Spitze. Im Feld der Verfolger musste die Schweizerin Indergand der starken Erkältung, an der sie unter der Woche litt, Tribut zollen und etwas abreißen lassen. Mit einer unglaublichen Kraftleistung zur Renn-Halbzeit kämpfte sich dann die Britin Annie Last an die Spitze heran. Gegen Ende der fünften Runde stürzte die Siegerin der beiden vorangegangenen Weltcups in Andorra und Deutschland, Yana Belomoina, und die 26-Jährige Britin übernahm die Führung.

Zu Beginn der sechsten und letzten Runde machte Last dann ernst und begann mit einem unglaublichen Antritt eine Lücke auf Belomoina und Dahle Flesjaa zu reißen. Am Ende des Rennens überquerte Last die Ziellinie als erste und verwies Dahle Flesjaa und Belomoina auf die Ränge zwei und drei. Das beim Mountainbiken übliche fünfer Podium wurde von Jolanda Neff und der Deutschen Helen Grobert komplettiert.

UCI Cross-Country Mountain Bike World Cup 2017
© Sven Martin
Siegerehrung Damen in Lenzerheide 2017

Jolanda Neff (SUI): «Das Publikum hat mich heute wieder unglaublich gepusht und die Stimmung war unbeschreiblich. Es waren viele Fans auf der gesamten Strecke unterwegs und auch meine ganze Familie und viele Freunde waren heute da, um mich zu unterstützen. Ich habe unter der Woche gut trainiert und ich glaube ich habe diese Strecke noch nie so gut im Griff gehabt wie heute. Es hat Spaß gemacht zu fahren und es war eine coole Woche mit meinem ganzen Team.»

Annie Last (GBR): «Das Rennen war unglaublich, dass ich wirklich gewonnen habe, habe ich noch nicht ganz realisiert. Ich mag diese Strecke sehr und hatte einen guten Start. Ich habe auch schnell einen guten Groove gefunden. Diese Strecke hat sehr viele Sektionen bei denen man kleine Fehler machen kann. Ein Fehler zur falschen Zeit kann einen weit zurückwerfen. Ich habe mich nicht aus der Ruhe bringen lassen und bin einfach mein Rennen gefahren. Ich kann nicht glauben, dass ich gewonnen habe.»

Nino Schurter siegt bei seinem Heimrennen

Nachdem die Siegerehrung der Frauen von dunklen Wolken und einem heftigen Regenschauer heimgesucht wurde, schien es so als ob die Männer sich auf eine sehr rutschige Angelegenheit einstellen müssten. Doch pünktlich zum Rennstart schien wieder die Sonne. Mit dem Startschuss ging der amtierende Weltmeister und Olympiasieger Nino Schurter (SUI) beim seinem Heimrennen in Führung und erreichte die Spitze des ersten Anstiegs als erster, dicht gefolgt vom Niederländer Mathieu van der Poel und den drei Franzosen Maxime Marotte, Jordan Sarrou und Titouan Carod. Besonders van der Poel machte ordentlich Druck auf Schurter doch trotz des extrem hohen Tempos trennten die Top 10 nach der dritten von sieben Runden des 4,2km-langen Kurses lediglich 30 Sekunden.

Zu Beginn der vierten Runde versuchte sich Schurter mit einem starken Antritt von seinen Kontrahenten zu trennen – Marotte konnte mitgehen, doch van der Poel konnte nicht mithalten. Die Ausreißer wurden jedoch schon eine halbe Runde später von Anton Sintsov (RUS) eingeholt. Der Russe ging gegen Ende der fünften Runde zwischenzeitlich sogar in Führung, doch am ersten Anstieg der 6. Runde zog Schurter das Tempo wieder an und fuhr sich einen Vorsprung heraus, der diesmal etwas länger Bestand hatte.

Schurter hatte jedoch keine Zeit sich auszuruhen, denn etwas weiter hinten pflügte Jaroslav Kulhavy (CZE) nach einem schwachen Start mit unglaublich schnellen Rundenzeiten durch das Feld. In Runde 5 und 6 war Kulhavy jeweils unglaubliche 20 Sekunden schneller als Schurter und zu Beginn der siebten und letzten Runde war Kulhavy bereits auf Position 4 vorgefahren. Bei der nächsten Zwischenzeit war er bereits Zweiter und lediglich 11 Sekunden hinter Schurter. Am Ende reichte es jedoch für Schurter, der unter dem tosenden Jubel der heimischen Fans 3 Sekunden vor Kulhavy über die Ziellinie fuhr. Anton Sintsov wurde Dritter und fuhr damit das beste Ergebnis eines Russen bei einen Herren Cross-Country Weltcup ein. Maxime Marrotte und der Spanier David Serrano Valero komplettierten das Podium der Herren. Mit seinem vierten Sieg im vierten Weltcup der Saison, kann Nino Schurter den Sieg in der Weltcup Gesamtwertung nun schon im nächsten Rennen in Mont-Sainte-Anne, Kanada, perfekt machen.

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Siegerehrung Herren in Lenzerheide 2017

Nino Schurter (SUI): «Matschige Rennen liegen mir nicht so. Heute waren einige tiefe Fahrspuren in der Strecke, die ich nicht so gerne fahre. Ich bin schon früh durch Mathieu unter Druck gesetzt worden und konnte meinen Rhythmus nicht so gut finden. Es hat mich frustriert, dass ich nicht eher wegziehen konnte. Es war ein sehr umkämpftes Rennen. Wenn es eine halbe Runde länger gedauert hätte, dann hätte es vielleicht nicht ganz für mich gereicht.»

Jaroslaw Kulhavy (CZE): «Das Rennen heute war sehr schwierig. Ich hatte einen sehr schlechten Start und war weit hinten. Es gab einige Stürze vor mir und so etwas macht es beinahe unmöglich aufzuholen. In Runde 2 hat sich das Feld dann etwas auseinandergezogen und ich konnte einiges an Zeit gutmachen. Das war dann perfekt, da ich die technischen Sektionen über die Wurzeln sehr mag. Ab der zweiten Runde habe ich jede Sekunde des Rennens genossen. Ich bin sehr glücklich mit dem zweiten Platz und meinem ersten Podium des Jahres.»

Insgesamt sorgten über das Weltcup-Wochenende in Lenzerheide 20.000 Mountainbike-Begeisterte für eine überragende Stimmung bei den Rennen im Downhill und Cross-Country. Den Replay des Downhill und Cross-Country Weltcups in Lenzerheide gibt es auf Red Bull TV. Die Rennen der weltbesten Athleten werden auf Red Bull TV ebenfalls mit deutschem Kommentar angeboten.

Die XCO-Elite kehrt im nächsten Jahr nach Lenzerheide zurück, wenn vom 4. bis zum 9. September 2018 die UCI Mountainbike Weltmeisterschaft ausgetragen wird.

Weitere Informationen: www.mtbworldcup-lenzerheide.ch

Informationen zur Region: www.lenzerheide.com/bike

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Results XCO Men Elite Lenzerheide
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Results XCO Women Elite Lenzerheide 2017
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Standings XCO Men Elite 2017
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Standings XCO Women Elite 2017
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