Bikepark Schöneck im Vogtland

Bikepark-Check: Bikepark Schöneck - Update

11.04.2016 Jeanette Kühn - Die Vogtländer haben dem kleinen Park nahe der tschechischen Grenze eine Schönheitskur verpasst. Dafür griffen sie tief in die Tasche und holten sich professionelle Hilfe für moderne Trails.
Bikepark Schöneck im Vogtland
© Rob Trnka
Eine deutsche A-Line? Leider nein. Die Jumpline in Schöneck ist schwieriger zu fahren und erzeugt nicht selben den Jubelfaktor wie das kanadische Vorbild. Das war aber auch klar. 

"Eine Million Euro für den Bikepark Schöneck." Diese Schlagzeile ließ uns aufhorchen. Den Park in Sachsen kannten wir bereits, dennoch flackerte er nur schwach auf unserem Radar. Beim letzten Besuch 2013 schlängelten sich lediglich zwei Hauptstrecken recht unspektakulär den kurzen Hang (130 Höhenmeter) hinunter. Jetzt wurde dem Park eine dicke EU-Fördermittel-Geldspritze verpasst. Zum Aufhübschen engagierten die Vogtländer die Trailbau-Firma Velosolution mit Frontman und Worldcup-Kommentator Claudio Calouri. Er bekam den Auftrag, einen Jump-Trail nach dem Vorbild der legendären A-Line in Whistler zu bauen und einen zahmeren Trail im Flow-Country-Format. Parkbau-Guru Diddie Schneider wurde auch an Bord geholt; er baggerte einen großen Übungsparcours mit Table-Lines, Dropbatterie und Pumptrack aufs Plateau beim Lift-Ausstieg.

Die Kommentare unter dem Web-Clip des neuen Jump-Trails machten uns neugierig. 
#Stephan: "Wie fett ist das denn! Hammer!"
#Prttymthrfckr "Ach du Scheiße, ist das geil?! Deutscher Coast Gravity Park am Start?"
#S3L3C7A "OMG – so was haben Deutsche gebaut? Es gibt ja doch noch Hoffnung!"
Wir sagten: nix wie hin!

Die Trails von Schöneck

Es gibt vier Hauptstrecken, alle zirka 1 bis 1,5 Kilometer lang. Mit anderen Worten: recht kurz. Der "Erich Popp"-Trail (geiler Name!) ist eine Schlangenlinie mit Anliegerkurven. Ideal für Einsteiger und Familien. Oder zum Warmfahren. Zwar kurvt der Trail zahm und mit guten Kurvenradien nach unten, doch nicht so flüssig und spaßig wie beim Flow-Country-Vorbild.

Doch für Erich Popp waren wir auch nicht gekommen: Wir wollten die deutsche A-Line sehen, das Herzstück des Parks und Lockmittel, warum wir überhaupt die 3,5 Stunden Fahrt von München auf uns genommen haben. Erster Run, erster Eindruck: Anspruchsvoll, das ist keine Easy-Peacy-Strecke. Um die stattlichen Jumps zu schaffen, muss man es ordentlich laufen lassen und die Absprünge gut treffen – dann ist viel Airtime garantiert. Mit dem Speed stimmt es noch nicht ganz. Mal segelt man etwas zu weit, dann wieder bleibt man hängen. Gut: Bei fast jedem Sprung gibt’s eine Double- (rot markiert) und eine Table-Variante (grün markiert). Der Trail macht Spaß, Jubelgefühle kamen trotzdem keine auf.

In Schöneck gibt es auch einen Downhill. Er führt über Wurzeln und Steine, biegt ein kurzes Stück auf den Jumptrail (gucken beim Einbiegen!) und rumpelt weiter über Wurzelfelder durch den Wald. Am Ende steht ein kleines Roadgap. Ganz nett! Gut gefallen hat uns der Übungsparcours. Da kann man sich lange aufhalten, ohne dass Langeweile aufkommt.

Fazit: Ja, das geht in die richtige Richtung! Schön­eck ist dank moderner Trails reizvoller geworden. Leider gibt’s nur wenig Höhenmeter.

Informationen zum Bikepark Schöneck:

  • Strecken   4 Hauptstrecken
  • Lift   Sessellift
  • Saisonbeginn   Mai
  • Öffnungszeiten  Fr 14–18 Uhr, Sa/So 10–17 Uhr; Juli, August von Mittwoch bis Sonntag 10–18 Uhr
  • Tageskarte Erwachsene  23 Euro

Entfernungen:

  • Stuttgart  3,5 Stunden
  • München   3 Stunden
  • Frankfurt  3,5 Stunden
  • Innsbruck  3,5 Stunden


 

Bikepark Schöneck im Vogtland
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