Bikepark: Livigno Mottolino Italien

Bikepark-Test: Viel Auswahl

24.02.2014 Dimitri Lehner - Park mit großer Trailvielfalt. Mit etwas mehr Detailliebe und Wartung könnten die Betreiber den Fun-Faktor nach oben treiben. Wäre der Park nur zwei Stunden entfernt, wir wären Stammgäste!
Streckenvielfalt
© Markus Greber
Streckenvielfalt: In Livigno hat der Besucher die Wahl zwischen vielen natürlichen Trails, die jede Menge Spaß machen.

Livignos Mottolino-Bikepark ist der größte im Test: Ingesamt elf Strecken, eine schnelle Gondel, die bis auf 2400 Meter hochshuttelt, tolles Panorama, sonnenverwöhnte Alpensüdseite, Steuerparadies mit Spritpreisen wie in den 1970er-Jahren – alles wunderbar, nur die lange, kurvige Anreise mit kostenpflichtiger Tunnelfahrt nervt. Einen Besuch sollte man unbedingt auf mehrere Tage planen, nicht als stressigen Tages­trip.

Die Strecken

Wallrides
© Franz Faltermaier
Sieht schwierig aus, ist aber selbst für Einsteiger leicht zu fahren. So sollten Wallrides gebaut sein – mit sanften Auffahrten.

Die Trails stürzen sich alle den gleichen Hang hinunter. Mit elf Strecken wirbt der Park, doch die Hälfte sind kurze Varianten. Dennoch: Die Vielfalt ist die Stärke von Livigno. Ob technisch anspruchsvoll, steil und naturbelas­sen, wurzelig und eng oder geshapt und sprunglastig: Die Trails halten den Besucher auf Trab und verhindern Langeweile. Neben einer lahmen Anfänger-Line gibt es Naturstrecken wie den WM-Downhill von 2005 und den sprunglastigen „Flow Trail“. Der „Flow“ ist unbestritten die beliebteste Abfahrt und mit 3 Kilometern Länge das Herzstück des Parks. Der geshapte Trail aus Brechsand führt größtenteils durch offenes Gelände und ist gespickt mit vielen Kurven und kleinen Jumps.

Super: In einer Senke stehen eine Drop-Batterie (für Fortgeschrittene) mit Sprung in eine Holzwelle und ein netter, kleiner Dirtpark mit vier Jumplines, zwei davon mit guten Table-Sprüngen ideal zum Üben. Weiter unten gibt’s eine weitere Jumpline, deren Sprunghügel aber wie Pyramidenspitzen unnötig hoch aufragen und schon optisch abschrecken. Schnelle Kurven mit Wurzelpassagen folgen, wenn der Trail in den Wald taucht. Hier stehen einfache North­shore-Elemente, eine „Do or Die“-Steilabfahrt und ein perfekt gebauter Wallride (Foto). Der Trail macht Spaß! Der Funfaktor könnte aber höher sein, würde die Strecke ausreichend gewartet. Vor allem müssen die Sprünge nachgeshapt werden. Sie sind über die Jahre rund gerubbelt und funktionieren nur noch mit Mühe. Double-Sprünge auf dem Haupttrail überfordern die Masse der Biker und heben unnötig das Unfall­risiko.

Wünschenswert: eine Drop-Batterie für Einsteiger und noch mehr Spaßelemente wie Step-ups und einfache Holzsprünge. Direkt an der Talsta­tion gab es jahrelang ein Luftkissen mit einfacher Rampe – ideal, um Tricks zu üben. Das ist leider abgebaut – zumindest für diese Saison. Unser Appell an Livigno: Bevor ihr viele neue Trails baut, renoviert doch bitte die Hauptstrecke! Die hat das Potenzial, um noch viel mehr Spaß zu machen.

Informationen zum Bikepark Livigno Mottolino:

  • Strecken: 11
  • Lift: Gondel
  • Saisonbeginn: Juni
  • Öffnungszeiten: 9.00 – 17.00 Uhr
  • Tageskarte Erwachsener: 27 Euro
  • Bikeverleih: ja
  • Fahrtechnikschule: ja
  • Infotelefon: +39 (0)342 970025
  • E-Mail: via Homepage: www.mottolino.com

Entfernungen:

  • Stuttgart 4,5 Stunden
  • München 4 Stunden
  • Frankfurt 6 Stunden
  • Berlin 8,5 Stunden
  • Innsbruck 2,5 Stunden
  • Basel 3,5 Stunden


 

Einsatzbereiche
Freeride  * * * *
Slopestyle * * - -
Downhill * * * -
Schwierigkeit
Anfänger   * * * -
Fortgeschrittene * * * -
Könner * * - -

Gesamtwertung: 8 von 10 möglichen Punkten 

Weitere Infos unter http://www.mottolino.com/

Artikelstrecke "Spielwiese oder Stolperfalle? Lustgarten oder Survival-Parcours?"
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