Bikepark Samerberg Deutschland

Bikepark-Test: Neuzugang

24.04.2014 Dimitri Lehner - Mini-Park mit langsamem Sessellift und bisher nur einer Strecke, die sich aber von jedermann geschmeidig und flowig fahren lässt. Die gebauten Stunts sind haarig und werden nur Experten gefallen.
© FREERIDE Magazin

Der Start ist geglückt: Die Strecke am Samerberg in den bayerischen Vorbergen wurde dieses Frühjahr eröffnet – und die Münchner Free­ride-­Szene jubelt! Denn seit der Park Oberammergau geschlossen wurde, fehlt ein Freeride­Spielplatz in Reichweite. Die Strecke wurde auf Initiative von MTB-­Reiseveranstalter Peter Brodschelm und der
Hilfe seines Teams gebaut. Peters mittelfristiges Ziel: mehrere Stre­cken (auch vom Hauptgipfel) und der längste Northshore Europas.

Die Strecken

Bis jetzt gibt es nur eine Hauptstrecke, eine etwa 2 Kilometer lange,sehr harte, grobe Brechsand­-Bahn mit vielen Anliegerkurven und Table-­Sprüngen – angeblich 44 Kurven und 18 Sprüngen. Sie soll das Flow­-Gefühl erlebbar und allen Könnensstufen Spaß machen, vom Anfänger, der in den Gravity-­Sport reinschnuppern will, bis zum Profi. Die Strecke schwingt geschmeidig den Hang hinunter. Nur an ein paar Stellen stockt der Fahrfluss etwas oder mancher Sprung oder  Holzanlieger  ist  nicht  ganz  richtig  dimensioniert,  doch  das wird in Zukunft sicher behoben. Daher können wir sagen: Mission erfüllt.

Gewundert  haben  wir  uns  allerdings  über  die  Stunts,  die bisher gebaut wurden. Statt klein anzufangen und zum Beispiel mit einer moderaten Drop­-Batterie die Mehrheit der Freerider anzusprechen – ähnlich dem Konzept der Hauptstrecke – stellten die Kursbauer drei technischschwierige Mutproben in den Park. So verging beim ersten Stein­-Drop im Wald sogar den ProfisThomas Vanderham und Geoff Gulevich die Lust. Das zweite monströse Holzkonstrukt, ein vier Meter hoher Gap-­Drop, wird ebenfalls nur absoluten Cracks gefallen. Genau wie die Holzwelle weiter unten im Kurs, in die man weit rein und auch weit wieder rausspringen muss. Für den stuntorientierten Hobby-­Freerider bleibt da lediglich ein stumpfer 1,5­-Meter-­Mauerdrop ins Flache. "Das wird sich alles ändern", sagt Peter Brodschelm, denn der Parkchef plant viele neue Stunts. Sie sollen im Laufe der Saison gebaut werden und diesmal die Mehrheit der Freerider glücklich machen. Schade, dass die Liftkarten­Regelung kompliziert und der Sessellift sehr langsam ist.

Informationen zum Bikepark Samerberg:

  • Strecken: 1
  • Lift: Sessellift
  • Saisonbeginn: April
  • Öffnungszeiten: 9.00 – 17.00 Uhr 
  • Tageskarte Erw.: 29 Euro
  • Bikeverleih: ja
  • Fahrtechnikschule: ja
  • Infotelefon: +49 (0)8032-8942
  • E-Mail: info@mtb-fahrtwind.de

Entfernungen:

  • Stuttgart 3 Stunden
  • München 1 Stunde
  • Frankfurt 4,5 Stunden
  • Berlin 6,5 Stunden
  • Innsbruck 1,5 Stunden
  • Basel 5 Stunden
Einsatzbereiche
Freeride  * * - -
Slopestyle * - - -
Downhill - - - -
Schwierigkeit
Anfänger   * * * *
Fortgeschrittene * * * -
Könner * * - -

Gesamtwertung: 6,5 von 10 möglichen Punkten 

Vor die Wahl gestellt, nehmen wir vorerst eine längere Anfahrt in Kauf, um einen Park mit größerem Angebot zu erreichen.

Weitere Infos unter http://www.bikepark-samerberg.de/

Artikelstrecke "Spielwiese oder Stolperfalle? Lustgarten oder Survival-Parcours?"
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