Bikepark: Spicak Tschechien

Bikepark-Test: Grenzverkehr

24.04.2014 Dimitri Lehner - Spaßiger Park mit Flow und gut gebauten Features, der auch Parknovizen gefällt. Die Betreiber haben verstanden, worum es beim Parkfreeriden geht. Spicak zählt zu unseren Favoriten.

Der Bikepark Spicak (Spitzberg) liegt im Böhmerwald, direkt hinter der deutschen Grenze zu Tschechien bei Bayrisch Eisenstein und nur 30 Minuten vom Bikepark Geisskopf entfernt – ideal, um die zwei Parks in einem Wochenend-Trip zu verbinden. In Spicak befördert ein schneller Vierer-Sessellift die Biker nach oben. Wie der Geisskopf ist auch Spicak ein Mittelgebirgspark, die Strecken verlaufen meist im Wald.

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© unbekannt
Old-School-Spielerei: Northshore-Holzwippe. Die Features in Spicak sind gut gebaut und nicht zu anspruchsvoll.

Die Strecken

Spicak ist ein gutes Beispiel dafür, dass man Strecken bauen kann, die vielen Parkbesuchern auf Anhieb Spaß machen, statt nur wenige Experten herauszufordern. Man muss sich die Stunts und Lines nicht erst tagelang erarbeiten. Die drei Hauptstecken bieten genügend Drops, Sprünge, Kicker, Wallrides, Table-Jumps und Northshore-Leitern, dass der Besucher unterhalten ist. Natürlich sind Streckenlänge und Höhenmeter nicht mit Alpenparks wie Livigno oder Leogang vergleichbar, doch das fällt beim schnellen Hoch und Runter gar nicht weiter auf.

Super: Es gibt keine Stunts, vor denen man warnen müsste. Alle Features sind gut gebaut und mit anständigen Landungen bestückt. Man merkt: Die Trailbauer von Spicak sind mit Köpfchen vorgegangen und haben sich von den Whistler-Profis nicht nur beraten lassen, sondern sind dort sogar in Lehre gegangen. Ergebnis: Man fährt gerne nach Spicak, freut sich auf die Abfahren – ganz ohne Zähneklappern und Blaulicht-Befürchtungen. Dieses Park-Konzept hilft Berührungsängste abzubauen und Neulinge fürs Bikepark-Freeriden zu gewinnen. 

Herzstück des Parks ist die rote Strecke "Black Friday": 2,3 Kilometer lang mit 340 Höhenmetern. Alle anderen Trails sind wesentlich kürzer und münden als Varianten auf "Black Friday". Die Abfahrt verträgt viel Speed, bespaßt mit seinen Features und produziert öfter Airtime – genau das wollen wir beim Parkbesuch. Anspruchsvollster Stunt: ein Gap-Sprung über einen kleinen Bach. Doch auch der ist safe gebaut und für viele machbar.

Ideal zum Üben: der sogenannte Jumppark – eine Dirtline mit vier breiten Table-Sprüngen.Wer es technisch anspruchsvoll und rau will, kommt auf dem Downhill "Struggle" auf seine Kosten, der schwierigsten Abfahrt im Park. In den Steinfeldern und Wurzelteppichen fühlt man sich mit dem Big Bike am wohlsten. Schade: Vor Jahren war die Tageskarte richtig billig, das ist leider nicht mehr so. Dafür gibt’s Essen und Getränke für kleines Geld. Tipp: Kombi-Karte nutzen – ein Tag Geisskopf, ein Tag Spicak.

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© siehe Bikeparkcheck Freeride 2011
Anspruchsvoller Stunt: Gap-Jumper über den Bach. Gut: der sauber geshapte Absprung und die leichte Alternative daneben.

Informationen zum Bikepark Spicak:

  • Strecken: 3
  • Lift: Sessellift
  • Saisonbeginn: April
  • Öffnungszeiten: 9.00 – 17.00 Uhr
  • Tageskarte Erwachsener: 30 Euro
  • Bikeverleih: ja
  • Fahrtechnikschule: nein
  • Infotelefon: +42 (0) 376 397 167
  • E-Mail: info@spicak.cz

Entfernungen:

  • Stuttgart 4 Stunden
  • München 2 Stunden
  • Frankfurt 4,5 Stunden
  • Berlin 5,5 Stunden
  • Innsbruck 3,5 Stunden
  • Basel 5,5 Stunden


 

Einsatzbereiche
Freeride  * * - -
Slopestyle * * * -
Downhill * * - -
Schwierigkeit
Anfänger   * * - -
Fortgeschrittene * * * -
Könner * * - -

Gesamtwertung: 8 von 10 möglichen Punkten 

Weitere Infos unter http://www.sumava.spicak.cz/

Artikelstrecke "Spielwiese oder Stolperfalle? Lustgarten oder Survival-Parcours?"
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BikeparkSpicak

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